Die „Waechtersbacher Keramik" setzt auf Handarbeit



Exklusive Produkte können sich am Weltmarkt gegen Billigkonkurrenz aus Fernost behaupten – Führung für Fachleute und leidenschaftliche Sammler

BRACHTTAL (tra). Wächtersbacher Keramik im Blickpunkt medialen Interesses: Rainer Mann von der Keramische Fertigungsstätte Brachttal (KFB) und Klaus-Dietrich Kessler hatten Besuch vom ehemaligen HR-Redakteur Heinz Grossmann und seine Frau Prof. Dr. Wilma Aden-Grossmann. Grossmann, der die ersten Reportagen über Wächtersbacher Keramik heim HR sendete, brachte seinen Freund Dr. Hasso Frensch mit, dessen Vater das „Frensch-Buch“ herausbrachte, ein Katalog und Nachschlagewerk, ohne das ein Sammler nicht auskommt, sowie dessen Frau Dr. Cornelia Frensch. Die Besucher, mittlerweile interessierte Sammler der Wächtershacher Keramik, wurden über die Geschichte des Wächtersbacher Unternehmens ebenso informiert wie über die heutige Zeit nach Umstrukturierung des Werkes. Großes Interesse zeigten die Gäste all den modernen Verfahren und Formen, aber natürlich auch am traditionellen Design.

Exklusive Betriebsführung für Fachleute (v.I.): Rainer Mann, Dr. Hasso Frensch,	Dr. Cornelia Frensch, Heinz Grossmann, Klaus-Dietrich Kessler und Prof. Dr. Wilna Aden-Grossmann im Ausstellungsraum der „Waechtersbacher Keramik“. Foto: Traum

 

 

Die Turbulenzen der letzten Jahre riss Mann vor seiner Führung kurz an: „Wir möchten unbedingt mit einem guten Gefühl und umsetzbaren Ideen in die Zukunft geben", so der Produktionsleiter. „Wir schauen optimistisch nach vorn und möchten mit guten Ideen die Situation am Markt verbessern. Unsere neue Produktmanagerin glaubt, dass noch nicht alle Möglichkeiten erkannt wurden, die sich für unsere Produkten ergeben", so Mann zuversichtlich. Viele Ansätze, auch die Produktion in Spanien, seien nicht die optimale Lösung gewesen und wieder eingestellt worden. Mann: „Oft kamen die Produkte nicht an die Qualität der Schlierbacher Fertigung heran. Das brachte der Wächtersbacher Keramik Probleme. Und zudem hatte man leider die Zeichen der Zeit verschlafen.“

Auf der Suche nach Wegen setzt die Keramik heute auch auf die Fabrikation in kleineren Chargen, produziert davon vieles in Handarbeit – exklusive Produkte im Landhausstil mit einfachen Formen. Dr. Cornelia Frensch: „Es ist schön. die Handarbeit zu erkennen wie bei „Polka Dots“, von denen jedes Teil ein Unikat ist. Kein Punkt befindet sich an exakt der gleichen Stelle. Ich meine, es ist Keramik mit Seele, die sich da präsentiert.“ Dass die Schlierbacher Produktion nur mithalten kann, indem sie Qualität bringt, ist für Mann ganz sicher. Der Betrieb ist weltweit führend in Sonderanfertigungen. Gerade im Bereich Farben gilt die Führungsposition. Zum Beispiel ist die Farbe „Kirschrot“ aus der Angebotspalette unerreicht. Das hat kein anderer Hersteller. Es ist die Basis für Erfolg, und auf Porzellan kann das nicht hergestellt werden. Langfristig möchte sich die Produktion im Mittelpreis-Segment profilieren und sich mit Besonderheiten von den Billigprodukten abheben. „Was die Produktion in Ländern wie China angeht, produzieren wir in Deutschland zehnmal sauberer. Das Umweltproblem macht dort noch niemanden besonders verrückt“, so Mann dazu. Bei einem anschließenden Rundgang, durch die Produktion informierte der Produktionsleiter seine Gäste über den Ablauf der einzelnen Arbeitsgänge und sie erfuhren wichtige Details über Material, Farben, Formen, Design und Vertrieb.

Quelle: Gelnhäuser Tageblatt 24.08.2010

Aktualisiert (Donnerstag, den 27. Januar 2011 um 08:38 Uhr)